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Brandenburg
ist reich an vielfältigen Trockenlebensräumen und weist bundesweit die größten
Heideflächen auf. Im Unterschied zur Lüneburger Heide, wo jahrhunderte lange
Beweidung zur Entstehung der Heiden geführt hat, ist die Entstehungsgeschichte
hier völlig anders. Auch in Brandenburg gäbe es natürlicherweise Heiden nur
kleinflächig an Säumen, auf Lichtungen oder als Entwicklungsstadium auf
Waldbrandflächen.

Was sich
unter dem oft benutzten Begriff "Märkische Heide" oder der
Bezeichnung Heide auf topographischen Karten verbirgt, sind in Brandenburg
lichte, oft von Kiefern dominierte Wälder armer Sandstandorte. Brandenburgs
großflächige Heidelandschaften, wie die Wittstocker, die Lieberoser oder die Döberitzer Heide, verdanken ihre
Entstehung der viele Jahrzehnte, bei der Döberitzer Heide schon 100 Jahre
andauernden militärischen Nutzung. Die gezielte Offenhaltung für den
Übungsbetrieb, verbunden mit ständigen Zerstörungen der Bodenoberfläche durch
Fahrzeuge sowie zahlreiche Brände führten zu einer hohen Dynamik und immer
wiederkehrenden Entstehung vegetationsfreier oder -armer Standorte. In
Brandenburg wurden bis 1990 etwa 2.300 Quadratkilometer militärisch genutzt.
Etwa 8% der Landesfläche lag in Sperrgebieten.
Die
Döberitzer Heide liegt nur wenige Kilometer westlich der Berliner Stadtgrenze.
Das Gebiet von ca. 5000 ha liegt überwiegend im Landkreis Havelland. Ein
kleiner südlicher Teil gehört zur Stadt Potsdam. Umliegende Ortschaften sind:
Elstal, Dallgow-Döberitz, Seeburg, Groß Glienicke, Krampnitz, Fahrland, Kartzow
und Priort.
Das
weitgehend unzerschnittene Gelände wurde bis 1991 fast 100 Jahre
militärisch genutzt. Dies hatte zur Folge, dass eine Zersiedelung dieser
Flächen und eine Zersplitterung in landwirtschaftlich genutzte Felder unterblieben.
Auf diese Weise entstanden ein Mosaik aus wertvollen Offenlandschaften und
nicht bewirtschafteter Wälder. Die Döberitzer Heide ist heute eine der größten
zusammenhängenden Freiraumflächen im Berliner Umland und bietet Lebensraum für
viele, zum Teil sehr seltene Tier- und Pflanzenarten. Aufgrund der europaweit
einmaligen Kombination biologischer, landschaftsökologischer und geographischer
Besonderheiten wurde die Döberitzer Heide mehrfach unter Schutz gestellt. Das
Landschaftsschutzgebiet "Königswald mit Havelseen und Seeburger
Agrarlandschaft" schließt die Naturschutzgebiete Döberitzer Heide und
Ferbitzer Bruch ein. Beide Naturschutzgebiete sind als Vogelschutzgebiet von
internationaler Bedeutung (IBA) und als Schutzgebiet entsprechend der
Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH, SPA) gemeldet sowie Teil des
länderübergreifenden Schutzgebietsystems NATURA 2000. Für den Ballungsraum
Berlin ist die große Freifläche mit klimatischer Funktion als
Frischluftschneise und für die Grundwasserneubildung von Bedeutung.

Der
Waldanteil nimmt ungefähr die Hälfte der Fläche ein. Die Waldentwicklung wurde
von der militärischen Nutzung der Döberitzer Heide geprägt. Es gibt keine alten
Hochwälder. Nur Einzelbäume sind älter als hundert Jahre. Es überwiegt ein
vierzig bis achtzig Jahre alter Mischwald aus Birken und Eichen. Weitere der
über fünfzig nachgewiesenen Baumarten in diesem Gebiet sind Robinie, Linde,
Ulme und Kiefer.
Durch ihre
Größe haben Offenflächen hohen Wert für die biologische Vielfalt im
Naturschutzgebiet. Auf den Offenflächen bestehen Heiden, Ruderalfluren,
vegetationsfreie Sandflächen sowie Trocken- und Magerrasen. Charakteristisch
sind Biotopverbunde in überwiegend trockener Art. Im Gebiet befinden sich über
dreißig Moore unterschiedlicher Größe und Ausprägung. Sie leiden in der
heutigen Zeit allesamt unter akutem Wassermangel.
Die biologische
Entwicklung der Döberitzer Heide wird seit vielen Jahren umfassend
wissenschaftlich untersucht. Mehr als 5000 Pflanzen- und Tierarten konnten hier
nachgewiesen werden, darunter eine ganze Reihe seltener und vom aussterben
bedrohter. Mit über 847 verschiedenen Arten von Farn- und Blütenpflanzen kommen
in diesem Gebiet mehr als die Hälfte aller Arten im Land Brandenburg vor. Neben
etwa 2000 Käferarten konnten hier bisher unter anderem 236 Wespen-, 188
Bienen-, 198 Vogel- und 48 Säugetierarten beobachtet werden.

Südwestlich
grenzt das Ferbitzer Bruch an die
Döberitzer Heide an. Das überwiegend tiefer gelegene Ferbitzer Bruch wird
frischem bis feuchtem Grünland eingenommen, mit Weidengebüschen und größeren
Röhrichten. Auch hier besteht aufgrund einer reich strukturierten Landschaft
eine außergewöhnliche Biotop- und Artenvielfalt. Das Ferbitzer Bruch ist
Lebensraum für bestandsbedrohte Tierarten, insbesondere Brut- und Nahrungsgebiet
von Wirbellosen, Amphibien, Reptilien, Vögeln, sowie Rastgebiet für Zugvögel.
Zur Landschaftspflege findet auf 400 Hektar eine extensive Beweidung mit
Galloway-Rindern statt.
Geologisch
betrachtet gehört die Döberitzer Heide zum südöstlichen Teil der
Landschaftseinheit Nauener Platte, die hier aus Bildungen des Brandenburger
Stadiums der Weichselkalkzeit aufgebaut ist. Im Bereich des Großen Luchs und des Ferbitzer
Bruchs wechseln lehmige, sandig-lehmige, kiesig-sandige und anmoorig bis
moorige Bildungen eines Endmoränenzuges auf engem Raum. Der
überwiegend aus sandigen und sandig-lehmigen Bildungen aufgebaute zentrale und
nördliche Teil der Döberitzer Heide wird durch mehrere meist nordwärts
streichende vermoorte Rinnen und Hohlformen untergliedert. Die
mittlere Höhenlage liegt bei 45 m. Die mit 89,8 m höchste
Erhebung befindet sich im südwestlichen Bereich bei den Hitzbergen
(Krampnitzberg). Das Gebiet hat keine natürlichen Fließgewässer.
Letzte
Aktualisierung: 19.06.2008
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